Fred Doll betreibt EIN Service Center iN FINDORFF


Meine Frau ist für mich wie ein Sechser im Lotto.

Fred und Birgit Doll leben privat in Horn. Dolls Service Center findet sich in der Münchener Straße 81. Die Anfahrt ist auch mit der Buslinie 28 bis zur Haltestelle Landshuter Straße möglich. Parkplätze für AutofahrerInnen sind direkt vor dem Haus. Alle Leistungen gibt es in der kompletten Übersicht auf www.dolls-service-center.de

 


Guten Tag, Herr Doll ! Sie sind Inhaber von »Doll‘s Service Center« in der Münchener Straße 81. Sie sind beruflich in Findorff bereits seit über 30 Jahren ansässig. Haben Sie dieses Jubiläum groß gefeiert ?

 

Nein, wir haben gar nicht gefeiert. Es passte im letzten Jahr auch einfach nicht so gut. Meine Frau und ich sind sowieso eher zurückhaltende Menschen. Wir mögen keinen großen Jubel und Trubel. Wir freuen uns eher im Stillen, dass es unser Service Center seit drei Jahrzehnten in Findorff gibt.

 

Sie reparieren Absätze, Sohlen und Reißverschlüsse an allen Schuhen und Stiefeln, fertigen Ledergürtel in jeder Länge und Breite, verkaufen Schließanlagen und Einzelschlösser und fertigen Schlüssel für fast alle Schlösser an. Aber das ist längst nicht alles. Was bieten Sie Ihren KundInnen noch?

 

Wir führen nahezu sämtliche Lederreparaturen aus; zum Beispiel an Jacken und Reise- und Handtaschen. Zu unserem Angebotsspektrum gehören auch Textilreinigungen und die professionelle Reinigung von Teppichen, Teppichböden, Gar- dinen, Stores und Vorhängen in bewährter Kooperation mit langjährigen Partnern. Wir schärfen auch Messer und Scheren. Für alle angebotenen Leistungen gilt: Wir legen großen Wert auf Zuverlässigkeit und Qualität. Unser erklärtes Ziel ist, dass unsere KundInnen nach jedem Auftrag absolut zufrieden sind. Das ist mir ganz wichtig.

 

Heute ist der beliebteste Schuh der Sneaker. Sneakers trägt man auf und wirft sie anschließend weg ... 

 

Sneakers muss man nicht auftragen und dann wegwerfen, denn auch Sneakers werden von mir repariert.

 

Früher trugen Geschäftsleute wertige Business-Schuhe aus Leder, wie zum Beispiel die klassischen »Budapester«. Sehr schick, nur die Sohlen waren etwas hart. Heute tragen auch Geschäftsleute beispielsweise modische Sportschuhe. Hat sich die Wertigkeit und Nachhaltigkeit von Schuhen in den letzten Jahren verändert?

 

Die Wertigkeit von Schuhen hat sich leicht verändert, weil Schuhe heutzutage im Vergleich zu früher der Qualität nach oftmals schlechter produziert sind, aber dennoch massenweise gekauft werden. In meiner Stammkundschaft gibt es aber nach wie vor viele Menschen, die großen Wert auf Qualität legen, hochwertige Schuhe besitzen und diese sehr lange tragen möchten – und zu mir bringen, wenn bspw. die Sohle abgelaufen ist und erneuert werden muss. Viele KundInnen haben auch ältere Schuhe, die echte »Lieblingsschuhe« sind, weil sie einfach nach wie vor sehr gut passen – und die man unbedingt weiter tragen möchte.

Sie reparieren auch Tanz- und Ballettschuhe.

 

Wird in Findorff viel getanzt, so dass der Verschleiß hoch ist?

 

Nein, der Verschleiß an Tanzschuhen ist im Stadtteil sicherlich nicht sehr hoch. Dieses Angebot erklärt sich, weil ich einige KundInnen aus dem in Bremen sehr bekannten Tanz-Turnier-Klub »Grün-Weiß« habe, der aber nicht im Stadtteil ansässig ist.

 


Aus meiner Sicht hat sich die Findorffer Geschäftswelt kaum verändert.

Was war bisher Ihr lustigstes berufliches Erlebnis?

 

Ein lustigstes Erlebnis fällt mir spontan nicht ein, aber eine langjährige Kundin, für die ich einige schwierige Reparaturen an Schuhen und Taschen durchgeführt hatte, bezeichnete mich einmal als »den Mann mit den goldenen Händen.« Das ist zwar kein lustiges Erlebnis, aber ich habe dennoch sehr gelacht – und das Lob hat mir natürlich gefallen. Eigentlich geht es bei uns immer lustig ab. Das ist wirklich so ! Zum Lachen muss bei uns niemand in den Keller gehen: Ich lege viel Wert darauf, dass bei uns eine tolle Stimmung herrscht und auch ab und zu ein Scherz gemacht wird. Guter Humor ist wichtig und kommt gut bei den KundInnen an. Da mir mein Beruf großen Spaß macht, kann ich die Freude daran auch herüberbringen und teilen. 

 

Wenn Sie nach 30 Jahren auf Ihren Stadtteil zurückblicken: Was hat sich mit der Zeit in der Findorffer Geschäftswelt verändert?

 

Aus meiner Sicht hat sich die Findorffer Geschäftswelt kaum verändert. Wir selbst sind über die Jahre zweimal umgezogen. »Doll‘s Service Center« hat 1989 als reiner Schuh- und Schlüsseldienst im »Kafu-Markt« am Ende der Hemmstraße gegenüber der Tankstelle angefangen. Wir sind dann irgendwann aus dem »Kafu-Markt« in ein leerstehendes Geschäft gegenüber gezogen – und seit 2016 ansässig in der Münchener Straße neben dem GESTRA-Gebäude. Ich fühle mich sehr wohl hier. Obwohl: Leicht verändert hat sich die Geschäftswelt im Stadtteil schon. Die Supermarktkette »Kafu« gibt es nicht mehr und auch der »Comet-Markt« wurde vor sechs Jahren geschlossen. 

 

Wie wichtig ist die Frau an Ihrer Seite?

 

Meine Frau ist seit 40 Jahren für mich der wichtigste Mensch auf der Welt – und unschätzbar wertvoll. Ja, das können Sie genau so schreiben – und auch das dürfen Sie noch abdrucken: Meine Frau ist für mich wie ein Sechser im Lotto.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

 

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass so viele Menschen wie möglich von dem Coronavirus verschont bleiben – und dass auch meine GeschäftskollegInnen diese schwierige Zeit gut überstehen.

 

Herr Doll, vielen Dank für das Gespräch.

 

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Kerstin Rolfes, Interview erschienen in Ausgabe Nr. 15, 2020

 

© Kerstin Rolfes, www.kerstinrolfes.de
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