#KIDSREPORTER BESUCHEN GEORG GERSBERG, INHABER VON »GEORGS FAIRKAUF«


Wir sind eine Mini-kleine-ganz-glückliche-Gesellschaft.

»Georgs Fairkauf« in der Hemmstraße 161 hat das Anliegen, zu besseren Lebensbedingungen für die Menschen unserer Welt beizutragen. Im Sortiment gibt es Kaffee von Utamtsi, Tee und Schokolade sowie Brotaufstriche und Öle. Das Kunsthandwerk besteht aus Taschen, Schmuck, Papierprodukten und mehr. Außerdem gibt es einen Bereich mit bio und fair produzierter Kleidung, beispielsweise von »Armedangels«, »Living Crafts« und »greenbomb«. Mehr Infos auf www.georgs-fairkauf.de

 


Hallo, ich bin Haifa aus der Oberschule Findorff ...

 

Hallo, ich bin Georg und mit dabei ist meine Frau Anke, die mich unterstützt. Willkommen in unserem Fair-Trade-Laden ! 

 

Wie bist du auf die Idee mit dem Laden gekommen ?

 

Das ist eine längere Geschichte. Ich habe vorher einen ganz anderen Beruf erlernt und der hatte auch mit Nachhaltigkeit zu tun. Dann wollte ich eine Veränderung. Meine Veränderung, die sollte so aussehen, dass das auch mit Nachhaltigkeit zu tun hat und sinnvoll ist. Und dann habe ich durch eine Freundin meiner jetzigen Frau einen ganz schönen Fair-Trade-Laden in der Nähe von Berlin kennengelernt, der hat mich sehr inspiriert. Das war für mich der Anfangsgedanke, so einen Laden auch in Findorff ins Leben zu rufen.

 

Wie lange hast du das Geschäft schon ? 

 

Das Geschäft habe ich schon fast 13 Jahre. Im Jahre 2013, am 24. Oktober, habe ich den Laden eröffnet, das war aber nicht hier, sondern in der Admiralstraße. Und diesen Laden habe ich im Jahre 2019 im Oktober kurz vor der Corona-Krise eröffnet.

 

War der Anfang schwierig für dich ? 

 

Ja, es war schwierig. Ich habe vorher noch nie einen eigenen Laden gehabt und musste mich erst einmal hineinarbeiten. Und deswegen war es ganz schön, zunächst einen kleineren Laden zu haben. 

 

Was hast du vorher beruflich gemacht ?

 

Ich war Schäfermeister. Ja, ich habe früher tatsächlich Schafe gehütet in einem großen Moorgebiet zwischen Bremen und Osnabrück. Es ist in der Nähe von Diepholz. Dort gibt es ein großes Moor, das heißt Geestmoor. Ich hatte mir vorgenommen, etwas Nachhaltiges zu machen. Die Schafe wurden nicht nur gehalten, um damit Fleisch zu erzeugen, sondern auch, um Naturschutz zu betreiben. Also, es war ein ganz großes Naturschutzprojekt und die Moore, die über die Zeit mit Birken zuwachsen, waren für die Schafe da. Die Schafe sollten die Birken und die Gräser kurz halten, damit es eine große offene Fläche bleibt.

 

Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun ?

 

Die Nachhaltigkeit ist der Naturschutz, wobei die Schafe praktisch die Moore erhalten. Das Moor ist ein großer CO2-Speicher. Das ist vor allem in der heutigen Zeit wichtig, in der CO2 eine große Rolle bezüglich des Klimawandels spielt. Wichtiger als je zuvor ist es, die Moore langfristig zu erhalten. Moore sind auch ein großes Gebiet für Bodenbrüter und für Zugvögel wie Kraniche – also für Vögel, die jedes Jahr von Norden nach Süden fliegen, in ihre Brutgebiete im Süden oder später auch wieder zurück. Außerdem haben auch Gänse im Moorgebiet gerastet.

 


Ja, ich bin tatsächlich sehr glücklich.

Aus welchen Ländern beziehst du deine Produkte ? 

 

Meine Waren kommen von Produzenten aus Übersee, aus den afrikanischen Ländern – also Kenia, Uganda, Kamerun. Auch aus Indien und Nepal bekomme ich tolle Produkte. 

 

Wie stellst du die Kontakte zu deinen LieferantInnen her ? 

 

Der Kontakt läuft größtenteils über große Fairhandelsgenossenschaften. Das sind große und sehr wichtige Organisationen, die von den LieferantInnen in den Ländern, die ich genannt habe, die Produkte einkaufen. Und die haben den direkten Kontakt. Ich habe nicht Kontakt zu diesen Ländern oder zu den Produzenten. Alles läuft praktisch über die Genossenschaft. Ich verkaufe ja auch Kaffee – und in diesem Fall kenne ich die beiden Gründer der Kaffeefirma »Utamtsi« sogar persönlich. 

 

Werden die Produkte aus deinem Fair-Trade-Laden von den FindorfferInnen gut angenommen ? 

 

Ja, über die ganzen Jahre im Stadtteil habe ich tatsächlich eine immer größere Kundschaft gewonnen, darunter auch viele FindorfferInnen, aber auch KundInnen aus anderen Stadtteilen, wie aus Walle, Schwachhausen und auch aus dem Viertel. Aber in erster Linie kaufen bei mir die FindorfferInnen.

 

Bist du immer noch glücklich damit, dass du damals einen Fair-Trade-Laden in unserem Stadtteil eröffnet hast ?

 

Ja, ich bin tatsächlich sehr glücklich. Warum ? Weil ich damit bei uns im Stadtteil einen Beitrag zum fairen Handel leisten kann. Meine KundInnen sind auch ganz glücklich. Gemeinsam bilden wir zusammen eine »Mini-kleine-ganz-glückliche-Gesellschaft«, als ein kleiner Kreis der Glücklichen. In freundlicher Gemeinschaft ein Zeichen zu setzen, um die Welt auch im dörfflich-lokalen Rahmen von Findorff ein wenig besser zu machen – das finde ich sehr wichtig.

 

Interview: #KIDSREPORTERIN Haifa, Foto: Martin Bockhacker, Bildplantage 13, Interview erschienen in Ausgabe Nr. 38, 2026

 

Fairer Handel bei »Georgs Fairkauf« in Findorff, Foto © Martin Bockhacker, www.bildplantage13.de
Fairer Handel bei »Georgs Fairkauf« in Findorff, Foto © Martin Bockhacker, www.bildplantage13.de