DER »LEBENDIGE ADVENTSKALENDER« FEIERT ZEHNJÄHRIGES JUBILÄUM


Jedes »Türchen« ist wie ein Geschenk !

Jörg Lochmon ist im Kulturzentrum Schlachthof mit zuständig für das Programm in Bremen Findorff Findorffer Geschäftsleute Magazin Stadtteil Bremen Einzelhandel Gastro Restaurants essen gehen

Seit zehn Jahren organisieren Annette Meier, Barbara Gemke und Susanne Theobald die »Findorffer Adventstürchen« im Stadtteil. Die drei langjährigen Freundinnen haben seit 2015 Spaß daran, mit den »Findorffer Adventstürchen« neue Ideen zu entwickeln und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Aber es sind auch die vielen FindorfferInnen, die alles überhaupt erst ermöglichen. Das Organisatonstrio bedankt sich daher von ganzem Herzen für dieses Engagement.

 


Wie sind die »Findorffer Adventstürchen« einst entstanden?

 

Wir wurden durch ähnliche Adventsaktionen inspiriert. Durch die entstand vor zehn Jahren bei uns die Idee, etwas Ähnliches auch in unserem Stadtteil zu initiieren. Im Sommer 2015 haben wir uns

bei Spekulatius und Kerzenlicht zum Planungstreffen zusammengesetzt und überlegt, wie ein

Adventstürchen unter »Findorffer Bedingungen« umgesetzt werden könnte – und uns auf die Suche nach GastgeberInnen begeben. Seitdem beginnt immer am 1. Advent die Aktion der Adventstürchen. Traditionell öffnet der Findorffer Chor »just for fun« das erste Findorffer Türchen. Das letzte Türchen

wird von der Martin-Luther-Gemeinde geöffnet.   

 

Wieviel Vorbereitung steckt dahinter ?

 

Die Vorbereitung beginnt meistens schon im Sommer. Mit allen Teilnehmenden gibt es im Herbst ca. ein bis zwei Treffen, auf denen alles geplant, terminiert, und besprochen wird. 

 

Was war die größte Herausforderung bei der Organisation ?

 

Das war natürlich der Start. Die Idee musste erst mal im Stadtteil bekannt gemacht, um engagierte Menschen zum mitmachen zu gewinnen. Das hat sofort prima geklappt. Herausfordernd war natürlich die Corona-Zeit. Wir wollten trotz aller Beschränkungen die Findorffer Adventstürchen nicht ausfallen lassen. So haben wir viele Betonsternchen ausgestochen und im Stadtteil zum Suchen und Finden verteilt – als kleinen Adventsgruß.  

 

Gab es in den Jahren besondere oder bewegende Momente ?

 

Bewegend sind die vielfältigen Präsentationen, die uns allen »geschenkt« werden – und in denen so viel Ideenreichtum, Engagement und Herz steckt. Sehr beeindruckend sind natürlich auch die so liebevoll und einladend geschmückten Fenster und Vorgärten der GastgeberInnen. Hinzu kommt die Bedeutung des Singens: Beim gemeinsamen Singen erleben wir immer wieder, wie sehr Menschen – besonders auch ältere  – davon berührt werden. Es entsteht oftmals eine verbindende Stimmung in der Freude, Erinnerungen und Gemeinschaft lebendig werden.

 

Was macht jedes mal die besondere Stimmung aus ?

 

Jedes »Türchen«, das sich öffnet, ist wie ein Geschenk für die  ZuschauerInnen. Das Zusammenkommen, das gemeinsame Erleben und dann das gemeinsame Singen lässt bei vielen das Gefühl von nachbarschaftlicher Zusammengehörigkeit wachsen. Es eröffnen sich wunderbare Möglichkeiten von Begegnung und Kommunikation zwischen bekannten und fremden Menschen.

 

Was muss man können, um mitzumachen ? 

 

Man braucht kein besonderes Talent um mitzumachen, sondern einfach nur Spaß an der Sache und Freude am Miteinander.

 

JedeR kann mitmachen: die Termine 2025 für die die »Findorffer Adventstürchen« im Stadtteil
JedeR kann mitmachen: die Termine 2025 für die die »Findorffer Adventstürchen« im Stadtteil

Wir freuen uns über alle, die gern mitmachen möchten.

Gibt es ein festes Programm oder wird spontan gesungen ?

 

Seit Beginn gibt es einen festen Ablauf, der mittlerweile vielen bekannt und vertraut ist. Das Türchen findet während der Adventszeit immer an drei Tagen in der Woche statt: sonntags, mittwochs und freitags. Beginn ist stets um 18.00 Uhr und der Event dauert ca. 30 Minuten. Die Türchen finden immer vor dem Haus statt. Und es hat sich etabliert, dass es Punsch, Glühwein und Plätzchen gibt.

 

Wie lange danach bei Punsch und Plätzchen noch geplauscht wird, ist allen selbst überlassen.

Welche Lieder dürfen auf keinen Fall fehlen ?

 

Keinesfalls fehlen dürfen natürlich die bekannten Weihnachtslieder, die fast jedeR (mehr oder weniger textsicher) kennt und mit der Weihnachtszeit verbindet. Zum Mitsingen werden für alle Liedermappen verteilt. Die GastgeberInnen suchen daraus drei Lieder aus, die sie gerne mit allen singen möchten.

 

Warum ist für euch das Adventssingen im Stadtteil wichtig ?

 

Wir möchten der oft hektischen und konsumorientierten Vorweihnachtszeit etwas Ruhe und Miteinander entgegensetzten. Es ist uns ein Anliegen, unter den Menschen die Gelegenheit zum Kennenlernen und für Austausch entstehen zu lassen.

 

Wie reagieren PassantInnen oder AnwohnerInnen ?

 

Wir erhalten viele Rückmeldungen: Die FindorfferInnen freuen sich über die offenen Häuser, über die Möglichkeit zum gemeinsamen Singen und die Gelegenheit, mit so unterschiedlichen Menschen zusammen zu kommen. Viele Menschen zeigen ihre Freude auch dadurch, dass sie immer wieder kommen. 

 

Was wünscht ihr euch sich für die Zukunft ?

 

Wir wünschen uns, dass die Findorffer Adventstürchen sich im Stadtteil noch weiter verbreiten und noch in vielen Straßen und Häusern stattfinden – damit die Aktion noch lange weiter bestehen bleibt. Wir wünschen uns weiterhin, dass auch viele junge Familien und Kinder Lust haben, ein Türchen zu öffnen. Wir freuen uns über alle, die gern mitmachen möchten.

 

Wie macht Ihr die Findorffer Adventstürchen bekannt ?

 

Das passiert über Ankündigungen wie im WESER KURIER oder in FINDORFF GLEICH NEBENAN sowie über Plakate und Flyer, die sowohl in Geschäften ausliegen als auch verteilt werden. Und natürlich über Mundpropaganda.

 

Interview: Mathias Rätsch, www.raetsch.de, Foto: Heiko Theobald, Interview erschienen in Ausgabe Nr. 36, 2025  

 

Foto © Heiko Theobald
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