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Mangelhafter Baumschutz im Dorff: Am Findorffmarkt starten endlich die ersten Maßnahmen.

 »Findorffs alte Bäume sind in Gefahr und benötigen dringenden Schutz. Stadtteilpolitiker suchen nach Lösungen, um die grünen Riesen zu erhalten. Doch wer zahlt die Rechnung?« konnte man im Februar 2025 im WESER KURIER lesen – und weiter »Auf das Problem gestoßen wurde der Ausschuss indes bereits vor fast einem Jahr durch einen Bürgerantrag, der die Stadtteilpolitiker zum schnellstmöglichen Handeln aufforderte. Dazu hatten die beiden Antragsteller Claudia Rutsch und Mathias Rätsch die Bäume auf dem Gelände des Findorffmarkts, entlang der Herbststraße und der Eickedorfer Straße einzeln geprüft und eine Liste von 50 Bäumen zusammengetragen, die ihrer Ansicht nach für ihr Überleben dringender Schutzmaßnahmen bedürfen.«

 

Wer die Rechnung zahlt, war danach schnell klar: Da seitens des zuständigen Umweltressorts der inzwischen neuen Senatorin Henrike Müller (GRÜNE) peinlicherweise keine finanziellen Mittel zu erwarten waren, entschloss sich der zuständige Fachausschuss »Bau, Umwelt, Klima und Verkehr« im Beirat Findorff  erfreulicherweise, die Finanzierung der Maßnahmen aus dem Stadtteilbudget zu übernehmen, für das man über 100.000 Euro angesammelt hatte, da man in den letzten Jahren kaum Geld im Stadtteil ausgegeben hatte.

 

Von Ausschusssprecher Stefan Dilbat (SPD) wurde vorher ein gemeinsamer Rundgang mit VertreterInnen von Beirat, Ortsamt West und Umweltbetrieb Bremen (UBB) über den Findorffmarkt, die Eickedorfer Straße und die Herbststraße organisiert – und von ihm dabei eine echte Notsituation der Findorffer Stadtbäume erkannt,  die »fast alle sehr gestresst« seien.

 

Fotos © alle Mathias Rätsch, FINDORFF GLEICH NEBENAN


Bäume ungeschützt: Beschädigungen durch Autos und nicht genug Erdfläche um den Baumstamm

Dafür gibt es schlechte Gründe: Direkt an ungeschützten Bäumen parkende Fahrzeuge haben diese beschädigt. Im Wurzelbereich der Bäume, die überall nicht genug Erdfläche um die Stämme haben, sind bereits die umliegenden Pflastersteine angehoben.

 

Erfreulich, das jetzt endlich die ersten konkreten Maßnahmen zuerst auf dem Findorffmarkt zum Baumschutz starten – knapp zwei Jahre nach den Bürgeranträgen. Maßgeblich dazu beigetragen hat wahrscheinlich auch ein Interview in FINDORFF GLEICH NEBENAN mit Klimaexperte Ulf Jacob, indem der Vorgänger von Stefan Dilbat als Sprecher im Bauausschuss  ein deprimierendes Fazit für Bremen als politisch parteiübergreifend propagierte  Schwammstadt gezogen hatte: »Fehlender Baumschutz rächt sich. Vorsorgende Schutzmaßnahmen wären billiger als nachträgliche Sanierungen und Neupflanzungen. Großartige Konzepte haben wir genug in Bremen, aber für die Mehrheit der Parteien haben Bäume und ein besseres Stadtklima keine Priorität.« Mehr erfahren.

 

Warum es durch einen »technischen Fehler« im Ortsgesetz so lange gedauert erfährt man hier...

 

Durch ihre Dokumentationen und Anträge haben Findorffer BürgerInnen den Beirat hartnäckig nun zum konkreten Handeln gebracht. Zuletzt gab es eine weitere Begehung des Beirats in der Eickedorfer Straße, wo es ebenfalls einen völlig unzureichenden Baumschutz gibt. Auch hier sollen weitere Maßnahmen in Angriff genommen werden.

 

Gleichzeitig gibt es auch schlechte Nachrichten: In der Fällsaison 2025/26 geht es den Bäumen in Findorff wieder einmal an den Stamm. Geplante Fällungen diesmal im Stadtteil: sechzehn. Und: Laut einer Experten-Prognose haben Bäume in Findorff noch »eine maximale Restlebenszeit von zehn Jahren«.

 

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