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Jugendliche nennen das abgerockte Umfeld der Jan-Reiners-Lok »Platz des Todes«. Die CDU Findorff möchte diesen Zustand ändern.

Fotos © Mathias Rätsch für FINDORFF GLEICH NEBENAN

»Bekommt der bekannte Platz an der Ecke Hemmstraße / Fürther Straße in Findorff bald einen offiziellen Namen? Und wie steht es um die Sauberkeit, Bepflasterung und Grünanlagen oder um neue Bänke mit Mülleimern rund um die historische Jan-Reiners-Lok? Was hat die Stilllegung des Brunnens eigentlich mit einem Fütterungsverbot für Tauben zu tun?« fragte die CDU in Findorff online und startete dazu heute mit einem thematischen Bürgerdialog, »um zu informieren, ins Gespräch zu kommen und Ideen austauschen.« Es waren auch VertreterInnen des Bürgerverein Findorff e.V. zum Ortstermin an der Lok eingeladen, aber aus dem seit Jahren SPD-dominierten Vorstand dieses Vereins ließ sich auf einer Veranstaltung der CDU erwartungsgemäß niemand blicken.

 

Dafür waren zumindest zwei Vertreter aus der Reihe der neuen Beisitzer des Vereins anwesend. Die wollten zu den Maßnahmen für die Lok, die offensichtlich bereits vereinsintern abgedacht sind, aber in dieser Runde nichts verraten wollten. Transparenz geht anders,

 

Ebenfalls anwendend war der unermüdliche Norbert Spreet , Seniorenvertreter im Beirat Findorff.

 

Echte BürgerInnen? Die waren allerdings so gut wie gar nicht vertreten, was aber für das teilweise politisch desinteressierte Findorff keine Neuigkeit ist. Die Gründe für dieses Desinteresse liegen tief. Mehr dazu hier:  https://www.findorff-gleich-nebenan.de/magazin/bremen/politik/beirat-findorff/

 

Nachdem noch August Kötter als am längsten aktives Beiratsmitglied Bremens dazugekommen war, um die neuen grünblauen CDU Schals an die angesichts neuester Wahlumfragen gut gelaunten ParteifreundInnen zu verteilten, ging es los. Gemeinsam wurde die Lok und der Zustand des sogenannten »Jan-Reiners-Platz«, der übrigens offiziell gar keinen Namen hat,  zu begutachten – und es gab wenig Erfreuliches zusehen.

 

Der Brunnen, dessen Unterhalt seit 1984 in selbst gewählter Verantwortung des Bürgervereins Findorff liegt, ist schon länger in einem desolaten Zustand. Er ist teilweise zerstört und wurde abgestellt. Gastronom Hasan Gül von »Café Werkstatt« hatte im Vorfeld angeboten, den toten Brunnen als Teil seines Außenbereichs wenigstens im Sommer mit Pflanzen zu verschönern, aber auf einen funktionierenden Brunnen, der dringend saniert gehört, wollte man in der heutigen Runde dann doch nicht verzichten.

 

Fragt sich wie immer nur: Wer bezahlt die Wiederinstandsetzungdes mittlerweile mehr als desolaten, einst angesagten Wassersprudler, über dessen Ästhetik man zudem heute streiten kann? Der Brunnen wurde übrigens 1984 den Findorffer BürgerInnen seitens der Sparkasse Bremen geschenkt – in Verantwortung des Bürgervereins Findorff, der viel Jahre die Pflege und Instandsetzung übernommen hatte. 

 

Was bei der Platzbesichtigung noch auffiel? Kryptisch unbeschriftete Schilder, zahlreiche über die Jahre unkoordiniert gesetzte Stromkästen von besonderer Hässlichkeit, ungeschützte und daher kaputt getrampelte und mit Müll verdreckte Rasen- und Beetflächen in einem traurigen Zustand, versiegelte Flächen, die im Jahr 2026 nicht sein müssten (siehe auch die aktuelle Kampagne »Abpflastern«, die mangels Reichweite die Bürgerinnen bisher nicht erreicht) und überall im Park und auf den Dächern der Häuser ungezählte Stadttauben, die (in Bremen erlaubt) fröhlich gefüttert werden – auch heute anschaulich zu sehen bei diesem Ortstermin (siehe Foto).

  


Dieser Platz mittlerweile über die Jahre ein häßlicher Ort im »schönsten Dorff der Stadt« geworden.

Als zentraler Auftakt in Findorff für den legendären Jan-Reiners-Weg, der zahlreiche Stolperfallen aufweist, ist dieser Platz mittlerweile über die Jahre ein häßlicher Ort im »schönsten Dorff der Stadt« geworden, wobei man noch wissen sollte:  für den gefährlichen Zustand des Jan-Reiners-Wegs lehnt der städtische Umweltbetrieb Bremen, es inzwischen ab, die Haftung bei Unfällen zu übernehmen – ein politischer Skandal, den die Opposition in Bremen erstaunlicherweise noch nicht aufgegriffen hat.

 

Auch der Platz um die Lok ist ein über die Jahrzehnte abgelockter städtischer, öffentlicher Raum, für den sich offensichtlich seitens der Stadt Bremen niemand mehr zuständig fühlt. Auch zuständig für den Platz ist der chronisch unterfinanzierte Umweltbetrieb Bremen, der für dringend notwendige Maßnahmen wie immer kein Geld hat– und auch ein Stadtteilbudget ist endlich und nicht dazu da, Sanierungen in diesen Größenordnungen zu finanzieren.

 

Aber weil das Geld ja nicht weg, sondern vermutlich in Bremen nur woanders ist, sollte man das aktuelle Engagement der CDU Findorff für den heutigen thematischen Bürgerdialog begrüßen – während andere Parteien im Beirat Findorff weiterhin auf den ungeschützten Bäumen schlafen.

 Die CDU Findorff möchte nun als nächsten Schritt ein Gesamtkonzept erstellen und öffentlich und über ihre Kanäle in der Bürgerschaft (Mitglied Kerstin Eckardt war anwesend) Druck machen.

 

Gut so. Wie weit man auch mit der Finanzierung für konkrete Umsetzungen im bereits beginnenden Wahlkampf kommen wird, werden wir sehen. Ebenso, ob noch etwas passiert, zumal der 1902 gegründete Bürgerverein Findorff e.V. demnächst Jubiläum hat. Der war einst der mitgliederstärkste Bürgerverein in Bremen, fungierte als lokale Interessenvertretung für den Stadtteil Findorff und engagierte sich in der kommunalpolitischen Diskussion. Von dieser einst glorreichen Vergangenheit war heute allerdings kaum etwas zu spüren. 

 

Kontakt: Wer sich für eine Umgestaltung des häßlichsten Platzes in Findorff mit engagieren möchte: Ansprechpartner per E-Mail ist Henry Ponty (Neuer Vorsitzender des CDU Ortsverbandes Findorff) unter [email protected]

Text und Fotos © Mathias Rätsch, www.raetsch.de

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